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Tourenberichte

Pyrenäen 12

Wir wollten einen Teil unserer Pyrenäenreise nachholen, die
uns zwei Jahre zuvor ein wenig abhanden gekommen ist.
Durch einen Motorschaden bei Lissabon musste die Reise ja abgebrochen werden. So sollte es etwas intensiver durch die Berge gehen. Nach zwei größeren Autobahnetappen ging es am dritten Tag unterhalb von Valence auf die kleinen Straßen.
Querdurch, mit einem Stopp im Gorges du Tarn, unter der Brücke von Millau durch (mit 2460m längste Schrägseilbrücke der Welt), sollte Carcassonne ein Etappenziel sein. Wirklich sehenswert, aber nicht in der Urlaubszeit. Die Suche nach einem Campingplatz war am Abend vorher schon recht lustig.
Obwohl, in der Hitze wohl eher als recht mühselig zu bezeichnen.






Nachdem die Füße durchgetreten waren, der Einkauf getätigt, haben wir noch am Canal du Midi das Belustigungsprogramm genossen. Man stelle sich einen deutschen Supermarktparkplatz auf dem Wasser vor. Hier haben die meisten Fahrzeugführer jedoch einen Ejakulationshintergrund. Aber so nach zwei Stunden kann man so viel Spaß auch nicht mehr ertragen, und wir haben uns auf unseren Campingplatz auf den Bergrücken zurückgezogen.
Der nächste Halt war kurz hinter Prades in Vernet les Bains. Somit hatten wir die Pyrenäen erreicht. Eine wirklich tolle Route führte uns dort hin. Rauf und runter, Wald und Steppe. Sehr wechselhaft die Gegend. Sehenswert ist noch der verhältnismäßig kleine Gorges de Galamus. Nur 2,5 km lang, aber recht eng. Im Sommer ab der Mittagszeit nur mit Ampelanlage zu befahren, und für Womo`s sowieso gesperrt. Aber auch hier spielen sich Dramen ab. Wie man sein Auto so verkannten kann, ist mir ein Rätsel.
Einen recht kleinen, aber gepflegten Platz haben wir erwischt.
So als die Letzten für heute. Langsam ging mir das auf den Zeiger. Wichtig war, dass es gefrorene Wasserflaschen gab, für die Kühlung. Wenn man welche abgegeben hatte. Dafür habe ich die angebotene Sauna und die Ruheräume verschmäht.

Erstmal wollte ich in den Nationalpark am Pic du Canigou fahren. Bis auf den Bergkamm führt der Weg. Man soll bis an die spanische Küste gucken können. Aber nicht in der Hauptsaison. Juli und August nur geführte Touren möglich, mit SUV`s der Ranger. „Es würden zu viele Idioten mit allen möglichen Fahrzeugen da rumgurken“, sagt der Verwalter. Arschloch.!
Bis an die Schranke waren wir schon. Gut, ein wenig rustikal war der Weg schon, aber wir hätten ja den ganzen Tag Zeit für gehabt für die 40Km.

So sind wir über kleine, offene Straßen durch das Gebiet gefahren. Vorteil war vielleicht, dass man hier schon mal in den Schatten flüchten konnte. Dies wäre oberhalb der Baumgrenze etwas schwierig geworden. Und sehenswert war es allemal.

Mit der Eisenbahn wollten wir fahren. Ein Oldie, der bis an die Grenze von Andorra fährt. Karten und Plätze lassen sich nicht reservieren. Kurz vor 8Uhr vor Ort, und dann um die Plätze rangeln, hatte man uns gesagt. Das kann ich wohl. So saßen wir bei der Abfahrt um 9Uhr auch im Panoramawagen des „Le petit train jaune“(Kleiner gelben Zug), wie er genannt wird.
Rumpelnd und wackelnd fährt er durch unzählige Tunnel und über Brücken bis auf 1567m hoch. Mit dem höchsten Bahnhof in Europa. Da wir fast zwei Stunden Aufenthalt hatten, haben wir auch noch den größten Sonnenofen der Welt besichtigt. Wenn man schon mal vor Ort ist. Schon imposant. Nur die französische Führung haben wir dann doch ausgelassen. Mit der Sprache hapert es ein wenig. Es gab ja was zu Lesen.
Bergrunter wieder das „Cabriolet“ geentert. Jetzt wird es wohl etwas schneller gehen. Stimmt. Nur nach der dritten Ecke fing es an zu regnen, der Fahrtwind war doch kühl in den Bergen.
Man war als Tourist unterwegs, mit kurzer Hose und T-Shirt.








Nach der einzigen Regentour ging es über Andorra weiter nach Spanien. Zwangsläufig an der Strecke dies Zuges entlang. Noch ein wenig durch verlassene Skiorte zur Grenze. Nicht dran gedacht, es war Sonntag. Halb Frankreich wollte günstig tanken und einkaufen. Da wir aber die Pässe gewählt hatten, lies es sich nach 10km doch ruhig fahren. Auch kam dort oben die Sonne wieder heraus. Die Abfahrt nach Andorra ist ja wirklich hervorragend. Gut, die Geschwindigkeitsbegrenzung und die vielen Tankstelleneinfahrten bremsen ein wenig. Ich habe noch nirgendwo eine derartige Tankstellendichte gesehen. Wer tankt dort überhaupt. Bald mehr Tanken wie Autos. Und so groß ist das Kaff gar nicht. Aber der Sprit war günstig. 1,25 der Super.

Am Spanischen Ausgang war überhaupt kein Betrieb. Dabei ist der Sprit dort 20 Cent teurer. Aber die Preise für Lebensmittel und Sonstiges lohnen eine weitere Anreise wohl nicht wirklich.
Dafür sind die Straßen einwandfrei. Schon bei der Tour 2010 waren wir über den Zustand begeistert. Das geht richtig ab. 😉







Nach zwei Tagen auf der spanischen Seite, mit Ausflügen in Täler und Höhen, fuhren wir über den Port de la Bonaigua, mit 2057m Höhe, nach Frankreich zurück. In der Nähe von Bagneres du Louchon haben wir diesmal aber eine Hütte gemietet. Ich war das Aufbauen bei der Hitze erst einmal leid.
Von hier aus sollte es, verbunden mit einer Rundfahrt, über den Tourmalet gehen. Durch ein Dorf mit großen Stoffpuppen, die saßen und standen einfach überall, die machten Werbung für die Geschäfte, hielten Hinweisschilder, und guckten einen blöde an. An Lourdes sind wir vorbei gefahren. Es war wohl ein Feiertag der Fahrensleute, und jeder Kombi, Kleinlaster und Wohnwagen sollte wohl gesegnet werden. Es blieb nur noch eine weiträumige Flucht über die Umgehungsstraße.
Die Auffahrt zum Tourmalet war noch in Sonne gehalten, und erstaunlicherweise nicht von Bikern, also diese Zweiräder ohne Motor, die immer im Weg sind, bevölkert. Mit zunehmender Höhe habe ich dann sogar meine Jacke geschlossen. So gab`s auf der Passhöhe erfreuliche 13 ° und etwas Nebel. Einer der Temperatur freundlicheren Tage in unserem Urlaub. Bei der Abfahrt waren dann wieder diese leerstehenden Wintersportorte zu bewundern. Sieht ja ohne Schnee echt scheiße aus.
Da wir ja noch einen Blick auf den Atlantik schmeißen wollten, haben wir dann unser Zelt cirka 25km vor Biaritz aufgebaut.
Mit zwei –drei Ausflügen sollte die Küste besichtigt werden. So fuhren wir nach Biaritz, direkt ans Wasser. Die extreme Luftfeuchtigkeit hing wie eine Wand über dem Strand.
Kein Wind, nur Sonne und Feuchtigkeit.
Tauwetter für Dicke in der Hardcore Variante.
Noch zum kleinen Hafen, ein wenig die Küstenstraße entlang, und weg. Im Winter soll es hier schön sein.
Nachdem ich an einem dieser Apothekenschilder die 45° gesichtet habe, und gerade staumäßig auf meinem Boxermotor saß, gab es nur noch eine Kehrtwende und weg von der Küste.
Auf dem Campingplatz war dann eine Art Dauerduschen angesagt. So alle halbe Stunde unter die kalte Dusche. Der Weg dorthin war nicht so weit. Konnte man gerade noch so bewältigen. Es gab nur eine Möglichkeit.
Raus aus dem Unwetter.






Querdurch, aber so was von, war der Fluchtweg. Wobei man nun an wirklich interessanten Sachen vorbei gefahren ist.
Cahors, eine im Mittelalter recht wichtige Stadt, sollte für zwei Tage unser Ziel sein. In einer Schleife des Flusses Lot liegt die Stadt umrandet von den Felsen. Wer Spaß an engen Gassen, alten Häusern und einer tollen Landschaft hat, dort gibt es die Möglichkeit ein paar Tage lang die Reifen zu zerstören. Selbstverständlich wurde bei den immer noch recht hohen Temperaturen eine Besichtigung mit der Bahn vorgezogen.
Start war am Pont Valentre, einer der ältesten erhaltenen Brücken in Europa. Erstaunlicher Weise bekamen wir vom Fahrer einen deutschen Erklärbogen überreicht. So konnte man einiges nachvollziehen. Auch die Franzosen lernen.
Der Campingplatz hatte neben einem Pool, für die Abkühlung, auch einen Fast Food Service. Man musste sich morgens anmelden, so Stückmäßig, und jeden Abend stand ein anderer Wagen vor der Tür. Etwas blöde ist, dass man vorher nicht sehen, bzw. lesen kann, was genau es gibt und was es kostet.
(Gut, grundrichtig z.B. Pizza, Hähnchen, Suppe war bekannt.)
Dies ist in Frankreich schon mal ein Problem. Die Lebensmittelpreise sind außerhalb der Discounter recht unfreundlich. Aber bei der Hitze auch noch selber basteln ist noch unfreundlicher. Die Pizza hatte was. Frisch, gut, lecker.
Gut die Hälfte teurer wie bei uns. Ebenso das Hähnchen, oder was das sein sollte. Doppelt so groß wie die Tiere die sich hier so drehen. Aber die Bezeichnung war Hähnchen. Uns war es egal was das im früheren Leben gewesen ist, lecker war’s.






Weiter ging es am Lot entlang bis zum Motocamp bei
St-Remy de Blot. Hier gab’s eine kleine Holzhütte mit Verpflegung. Durch die Eigentümerin, aus einem kleinen Land westlich von uns, war der T-Shirt-Himmel recht einseitig bestückt. Wenn auch nicht orange, so aber recht einfarbig. Den musste ich, auch farblich, mit einem freundlichen roten Clubshirt etwas aufhellen. Dafür sollten wir zwei Shirts vom Motocamp bekommen. Bei Karin hat’s geklappt. Für Erwachsene waren wohl keine vorgesehen. Ich hatte aber sowieso leichte Probleme mit der farblichen Gestaltung.






Nach dem Frühstück fuhren wir immer schön über kleine Straßen weiter Richtung Heimat. Obwohl wir ja noch für drei Tage das EGT in Luxenbourg besuchen wollten.
Beim Stopp am Lac de Settons, wurden wir erstmalig abgekühlt, so mit Hagel und Zelt festhalten. Ist gut gegangen.
Am nächsten Morgen war es wieder trocken und mit einer Übernachtung in Bar-le-Duc, einer recht interessanten Stadt mit Vergangenheit, haben wir die Straße genutzt, die die Hauptversorgung für Verdun im ersten Weltkrieg war. Überall mit Denkmälern und Schilder gepflastert. Man kommt um die Ecke gedüst, und es läuft eine Armee in Ausrüstung hinter LKWs her. Gut, aus Plastik aber lebensgroß. Schon komisch.
Hinter Verdun verschwanden diese nun, und wir stauten uns nach Weiswampach. Aber das steht auf einem anderen Blatt.



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