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Tourenbericht

Wales 2016

Nachdem nun Jeder seine Richtung eingeschlagen hat, muß unsereiner ja
mal, wenn man schon in Liverpool ist, die Stadion besuchen. Auch wenn an einem Montagmorgen nichts los sein wird. Everton liegt ein wenig trostlos da rum, während die Anfield Road schon etwas hermacht. Das Umfeld ist bei beiden Stadion gewöhnungsbedürftig. Wirklich mitten zwischen kleinen, teilweise herunter gekommenen Häusern. Dies ist man vom Festland ja nicht gewöhnt. Dort sind die Stadion meistens aufs freie Feld gebaut worden.






Nun aber raus aus Liverpool. Es geht durch den Kingsway-Tunnel, und in der Anfahrtsschlange weisen mich alle freundlich darauf hin, daß Mopeds kostenfrei unter dem Wasser durchfahren dürfen. Gar nicht so einfach Ihnen den Kohlenkasten an der Seite zu erklären. Kostenfrei sind halt nur Einspurfahrzeuge. Man würde auch gar nicht durch die Extraspur passen.

Richtung Cowny soll es gehen, in eine Jugendherberge. Kleine und kleinste Sträßchen hatte ich im Großraum Snowdonia für die Anfahrt rausgesucht. Funktioniert auch solange recht gut, bis einem ein Transporter mit Vollgas entgegen kommt, oder bei einer Begegnung an einem Bergstück das Gespann trotz dreier blockierender Räder rückwärts in die Böschung rutscht und sich verkeilt. Da kommt dann Freude auf. Gut, es standen überall ein paar Schilder mit irgendwas von „Nur mit Spezialfahrzeugen zu befahren“, aber das kann ja jeder.







Ein wenig die Gegend befahren waren nun die folgenden Tagesaufgaben. Dem Küstenstädtchen Llandudno und dem Marine-Drive mit der Bahn galt die erste Runde. Die Great Orme Tramway fährt bis auf die Bergspitze der Halbinsel. Der Rundweg ist allerdings eine Privatstraße, und man merkt es erst, wenn aus einem kleinen Steinhäuschen ein Lebensmüder direkt vor das Moped springt und den Obolus kassieren will. Dabei weiß ich nicht, wer sich wirklich mehr erschrocken hat. Es dauerte wohl einen Moment bis der Herr der Straße begriffen hatte, daß ein vierzig Jahre altes Fahrzeug kein Stoppi hinlegen kann, und seine Schienbeine so gerade knapp an einem Fahrzeugkontakt vorbeigekommen sind. Aber freundlich sind sie trotzdem. Die 1,5 Pfund sind aber gut angelegt, wenn man mittig einen Abstecher auf die Bergkuppe macht.






Selbstverständlich muß man auch dem Touristenhighlight, der unaussprechlichen Bahnstation, einen Besuch abstatten. Inzwischen mehr
so eine Art Touribusanlaufstelle mit großem Shop. Aber von irgendwas müssen die Leute ja leben. Ich schreib den Namen jetzt aber nicht auf.

Landschaft und alte Steine gibt es ja ohne Ende. Auch Eisenbahnen sind
einige vorhanden. Dann kann man noch irgendwelche Gedenkstätten
besuchen, an denen irgendwelche Könige und Fürsten rumliegen. Auch
die Stellen an denen sich irgendwelche Engländer mit irgendwelchen
Walisern auf die Fresse gehauen haben. Irgendwann hat man dann genug.







Durch den Nationalpark geht es Richtung Süden. Kleine und einsame Straßen durch eine sehenswerte Natur. In Fischguard auf einem Felsvorsprung war der nächste Zwischenstop. Mit einem tollen Blick auf die Bucht. Nicht immer günstig an der Küste, aber es waren noch Schulferien, und das wird bekanntlich ausgenutzt. Am Morgen brachte die Aida noch eine Besucherherde in das kleine Fischerdörfchen.






Weiter gings Richtung Süden nach Cheddar. Dort haben sie etwas was
Cheddar Gorge genannt wird. Ein wenig übertrieben, aber für Kletterer und Höhlenmenschen recht interessant. Der dortige Campingplatz hatte natürlich auch keine Hütte für uns, aber eine außergewöhnliche Regelung.
Keine Personen unter 18 dürfen auf den Platz. Er sei es Leid, ewig den
Blagen hinterher zu jagen, den Dreck wegzuräumen, und die Sanitärräume zu sanieren. Jetzt habe er einen ruhigen und gepflegten Platz. Stimmt.

Nun soll es bis an die Südküste gehen. Leichter Nieselreden setzte ein.
Halbwegs trocken gings noch durch den „Canyon“. Der ein oder andere Besichtigungspunkt lag noch auf dem Weg. Aber dann wurde es doch unangenehm. Blöde ist es, daß man mit der Maschine durch die Pfützen am linken Straßenrand fahren muß. Und davon gibt es jede Menge. Straßenbau ist halt nicht jedermanns Sache. Richtig Wasser gab´s beim Einkauf in Dorchester. Da haben wir dann eine gute Stunde unter dem Vordach gestanden. Aber nette Versuche gesehen, wie man trocken in den Laden gelangen könnte.







Terminlich wollten wir am WE in Swanage ankommen, um am Sonntag
das National Motor Museum zu besuchen. Es sollte dort, zu den normalen Ausstellungstücken, der „Beaulieu Autojumble“, eine Art Teilemarkt stattfinden. Die Eintrittskarten hatte ich übers Netz bestellt, in der Hoffnung, dass wir auch dort ankommen.
Aber 8 Pfund pro Karte sparen war schon reizvoll. Zur Not gilt die Karte aber ein Jahr ab Buchungstermin, beruhigend für Personen die gut 900km
Anreise haben. Riesige Ländereien rund um das Schloss Beaulieu gehören zu dem New Forest National Park. Ein Areal von Edward Douglas-Scott-Montagu, 3.Baron Montagu of Beaulieu. Dem Gründer des Museums. Freilaufende Herden mit Rindern, Pferde, Esel und sonstigem Viehzeugs laufen über die Straßen. Sobald man die Gatter überfährt ist mit allem zu rechnen. Auch mit Sonntagsfahrern.
Prima ist aber, daß sich die Mopedparkplätze in der Nähe des Eingangs befinden. Einige recht nette Fahrzeuge standen zum Verkauf. Bis in den sechsstelligen Pfundbereich. Aber wie sollten wir sie mitnehmen?






Es standen aber auch einige tolle Fahrzeuge im eigentlichen Museum.
Diese Art des Gesamtüberblickes sieht man selten in den Ausstellungen.






Der Montag galt mehr dem Trocknen des Zeltes und der Klamotten. Mit etwas Wind und ein wenig Sonnenschein funktionierte dies auch ganz gut.
Eine kleine Küstenrundfahrt schloß sich daran an. So fuhren wir zu einem
ehemaligen Beobachtungsposten der Engländer aus dem 2: Weltkrieg. Ein wenig ländlich war die Anfahrt. Hatte mich schon gewundert, wieso Einige die Autos ca. 3km vorher auf einem Parkplatz abstellten. Aber immer noch besser wie Laufen. 😉 So kamen wir erst zu einer kleinen Kapelle, der St. Aldhelm`s Chapel aus dem 12. Jahrhundert, und dann direkt an der Steilküste zu dem, immer noch mit zwei Uniformierten besetzten, Außenposten. Damals waren dort die ersten Versuche mit einer Radarabwehr unternommen worden. Die Fundamente der riesigen Anlagen sind noch zu sehen. Heute geht es um Küstenschutz und der Seenotrettung. Auch wird kontrolliert, daß nicht heimlich das Land betreten wird. So wegen Bootsflüchtlingen, die wohl versuchen mit Schnellbooten ins Land zu kommen.






Weiter ging es nach Corfe zum Castle und der Museumsbahn Swanage – Corfe.
Sie wird auf dieser Teilstrecke noch mit Dampfzügen betrieben.
In einem Kreisverkehr am Ortsrand ging dann plötzlich der Motor aus, und ich konnte noch so gerade an die Seite rollen. Zündung kontrolliert und einige schwarze
Verbindungen erneuert. Kupferleitungen wieder blank gemacht und verzwirbelt.
Stecker mußte ich ja abschneiden. Bisschen Coro drüber und das Moped lief wieder.
Da wir auf dem Gelände der Bahn standen, kam natürlich sofort jemand, der die Info
loswerden mußte, daß hier kein Parkplatz sei. Nachdem ich Ihn auf den Defekt
hingewiesen hatte, wurde eine Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten. Es wurde die Station in Swanage angerufen, daß die Elektriker mit dem nächsten Zug eine Lüsterklemme mitschicken sollten. Da man aber keine finden konnte, kam der Betriebselektriker persönlich. Er habe welche zu Hause, und der Mitarbeiter würde ihn jetzt dort hin fahren, und dann eine Klemme vorbei bringen. Das Fahrzeug lief ja längst wieder, aber keiner ließe sich davon abbringen mir zu helfen. So haben wir halt auf die Dinge gewartet. Nach zwanzig Minuten war der Fahrer wieder da und hatte tatsächlich „eine“ Verbindungsklemme dabei. Für die ganze Veranstaltung sind zwei Personen ca. 1,5 Std auf Kosten der Swanage Railway Company unterwegs gewesen.






Gegen Abend wollten wir ein Motorradtreffen besuchen, welches wohl den ganzen Sommer über, jeden Dienstag an der Kaimauer von Poole, stattfindet. Mit der Fähre wieder Richtung Poole und dann in die City.
Am Ortseingang war dann wieder `Ende mit Zündung`. Ausgerollt in den Park und Werkzeug raus. Es wurde langsam dunkel. An der Hauptstraße sah und hörte man jede Menge Maschinen in die Stadt fahren. Trotzdem ich sämtliche Bauteile gewechselt hatte, war kein Zündfunken zu sehen.
Da es nun schon spät war, komplett dunkel, und unsere Fähre am nächsten Tag fahren sollte, blieb nur noch der Anruf in München. Der Schrauber vom engl. AAA konnte aber auch nur bestätigen, daß im Umkreis und schon gar nicht auf die Schnelle, Hilfe für dieses Fahrzeug möglich sei. So nahm der ADAC- Auftrag seinen Lauf. Moped einschleppen und versuchen einen Leihwagen zu bekommen. Da kein normaler PKW mehr zu kriegen war, mußte ich erst Überzeugungsarbeit leisten, daß ich auch mit einem Kombi fahren könnte. Somit bekamen wir dann doch noch die Möglichkeit, um kurz vor Mitternacht, unseren Campingplatz aufzusuchen. Inzwischen hatte aber die Fähre ihren Dienst eingestellt, und wir mußten gute 20 Meilen Umweg fahren. Zum Glück hatten wir ja noch unser Navi aufgeladen. Und dann das mit einem Fahrzeug, welches landestypisch ein wenig umgebaut ist. Des Weiteren besteht das Problem, daß ausgewachsene Motorradstiefel keinen Platz zwischen Bremspedal und Radkasten finden. Der ist nämlich auf der falschen Seite. Der Schrauber hat uns noch bis an den Ortsrand geführt, dann gings zurück zum Campingplatz. Am nächsten Morgen haben wir dann alles nach Dringlichkeit sortiert und zusammen gepackt. Was nicht unbedingt gebraucht wird muß in das Gespann. Den Rest müssen wir ja irgendwann tragen. Nun aber erst einmal den Ort finden wo man das Moped des Nachts abgestellt hat. Die Bezeichnungen der Straßen in engl. Gewerbegebieten kann der `Tom` nämlich nicht lesen.
Das Fahrzeug mußten wir vor 17 Uhr in Portsmouth an der Mietstation abgeben. Dann fuhr man uns mit einem Taxi zum Fährhafen. Unsere Fähre fuhr aber erst gegen 23 Uhr. Es gab keine Möglichkeit das ganze Gepäck irgendwo zu lagern.
So haben wir Stundenlang in einem Wartehäuschen gesessen, und die Taxifahrer begrüßt. Die Stühle wurden schon hochgestellt, und die ATA-Girls verfolgten uns mit einer feuchten Wischattrappe als es dann endlich zur Fähre ging. Wir waren drei Fußgänger, die dann mit einem Auto bis in die Fähre gefahren wurden.
Ich hatte schon befürchtet, daß wir die ganzen Klamotten dort hinein schleppen müssen. Warum wir dann eine riesige Behindertenkabine bekommen haben, weiß ich auch nicht. Entweder hat es einen Fehler gegeben bei der Umbuchung, halt ohne Moped, oder es war Mitleid weil ja das Fahrzeug krank war. Auf jeden Fall konnten wir uns mit den ganzen Taschen frei entfalten.






In Le Havre wurden wir sogar mit einem Reisebus im Schiff abgeholt. Für drei Personen. Irgendwo im Ort sollte dann der ADAC mir ein Fahrzeug bei der Firma Hertz reserviert haben. Nach einigem Suchen fand man auch tatsächlich die Unterlagen. Die Vertretung war nagelneu, so waren die Mädels wohl mit einem derartigen Fall ein wenig überfordert. Aber wir konnten unsere Heimreise fortsetzen,
und erreichten mit unseren vielen Taschen wieder die heimatlichen Gefilde.
Die angedachte Übernachtung in Belgien fiel den Gegebenheiten zu Opfer.
Ich habe dann aber auch nichts mehr von der Reservierung in der JGH gehört.









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