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Herrentour

Südtirol 6/2013

Auch in diesem Jahr hatten wir uns wieder für den bequemen Transport mit dem LeihLKW entschieden. Es ist einfach blöde jeweils tausend Kilometer für die Hin- und Rückfahrt auf der Autobahn zu verbringen. So ging es Samstagmorgen um 6Uhr Richtung Tramin in Südtirol.
Dort hatte Klaus für eine Woche eine Ferienwohnung gemietet, um von dort die Tagestouren zu starten. Nach dem Abladen, dem Einzug und dem Befüllen des Kühlschrankes, wurde auf dem Balkon der erste Abend in gemütlicher Runde genossen.






Zum Einfahren ging’s am nächsten Morgen aufs Timmelsjoch. Ein wenig Übung kann meistens nicht schaden, somit schön ruhig angehen lassen. Auch unsereiner musste sich erst an das Moped gewöhnen. Hatte das Teil vorher ja noch keine fünf Kilometer bewegt.
Also nicht ganz so weit, die Straßen recht ok, und für einen Sonntag halbwegs Idiotenfrei. So war der Plan. Was dann aber, gerade im oberen Teil, an so genannten Pseudorennfahrern unterwegs war, hatte schon was. Wie immer, nagelneue Mopeds, auf den Geraden am Drängeln, logisch bei der Leistung, und in den Kurven am Tragen.
Da musste man doch einige Male die guten Vorsätze vergessen, und die Jungs ein wenig ärgern. Besonders diese GS-Fraktionen mit den Großenduros, egal von welchem Hersteller. Die geisteskranke Abteilung der italienischen Sportmopeds lässt man besser ziehen. Die kriegt man dann beim Aufheben in einer der nächsten Kurven, wenn’s halt noch geht. Es waren schon auffallend viele Aufsammeltaxis unterwegs.






Bassano del Grappa, mit dem vom Mussolini erbauten Monumentaldenkmal, war unser Ziel am nächsten Tag. Hinter Rovereto in die Berge, und nur noch über kleine Straßen. In Grappa haben sie die schöne alte Holzbrücke „Ponte degli Alpini“ über die Jahrhunderte gerettet. Und auch sonst noch ein paar alte, aufeinander gestapelte Steine. Von dort geht’s nun auf den dreißig Kilometer entfernten Monte Grappa. Dort ist das riesige Denkmal für die Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg.
Fast dreiundzwanzig Tausend Soldaten sind dort bestattet. Wie viele beim Bau in dem schwer zugänglichen Gelände ums Leben gekommen sind, ist dort nicht dokumentiert.








An den Gardasee muß man ja zwangsläufig, wenn man in der Gegend ist.
Wir halt nicht in die Touristen-Buden. So fahren wir durch die Tunnel an
der Steilwand entlang, bis zur Auffahrt in die Brasaschlucht.
Geht wirklich steil und eng nach oben. Ist auch für größere Fahrzeuge gesperrt. Aber wenn man Pech hat, und einen Touri-SUV vor sich,
dann kann es schon mal schwierig werden. Mit der Geduld.






Weiter hinauf zum Hotel Paradiso. Dort befindet sich die Schauderterrasse. Man geht durch den Laden, und dann steht man auf einer, ca. 3m langen, freischwebenden Plattform, 500m oberhalb des Gardasees. Geht schon mächtig nach unten. Nicht jedermanns Sache. Wir haben dort noch Mittag gemacht. Preise halten sich erstaunlicherweise in Grenzen, es dauert aber etwas. Man hat das Gefühl, die Kellner sind auch in Urlaubsstimmung.






Noch am Idrosee vorbei ging’s wieder Richtung Tramin. Grillen war angesagt. Also einkaufen und schön ruhig den Tag ausklingen lassen.

Die 48 Kehren des Stilfser Jochs sind natürlich auch im Programm. Leider war an diesem Morgen gerade die TourTransalp 2013 gestartet. Dies ist eine Alpenüberfahrt für Biker. Zweier Teams quälen sich ca. 800km durch die Berge. 1300 Fahrräder sind dann irgendwie im Weg. In Prato allo Stelvio war somit die Auffahrt für alles andere gesperrt. Wenn man aber, unter Berücksichtigung der Fußwege und Hinterhöfe den Ort durchquert, ist man nachher tatsächlich wieder auf der Passstraße. Nicht unbedingt zur Freude der Veranstalter, aber uns doch egal. So haben wir uns vorsichtig mit der Meute die Kehren zur Brust genommen. Aber man muß schon höllisch aufpassen. Gerade im oberen Teil wackeln einige Radfahrer schon kräftig.
Die Kraft lässt halt nach. Und auf dem Gipfel waren die Carabinieri „Not Amused“ über die fremden Mopedfahrer, und sperrten uns auf eine Abstellfläche. Ich wusste aber, daß man von dort, über den Zugang zur Seilbahn, dann über einen Parkplatz, wieder auf die Straße kommen konnte. Somit waren wir wieder mit den Radlern unterwegs. Nur jetzt ging es bergab. Da bekommen die Profis Geschwindigkeiten drauf, da wird einem schwindelig. Wenn die da mal einen Abflug machen, so in
kurzer Hose und Hemdchen, kommt die Erinnerung an Schälrippchen auf.













Kurz vor Bormio trennten sich aber unsere Wege, und wir bogen Richtung Gavia ab.
Eine Wohltat ohne diese unmotorisierten Zweiräder zu fahren. In Valvura überholte uns ein Pickup, er wollte wohl schneller sein. Was dann aber passierte hatte wat. Der schoß vielleicht den Pass hoch, als wollte er uns zeigen wie es geht. Das hat er auch.
Wir sind zwar dran geblieben, aber einige Situationen waren nicht ohne. Das Auto sprang über die recht schlechten Straßen, unübersichtliche Kurven waren Ihm egal. Auf jeden Fall, Autofahren konnte er. Und die Leistung war in dem Teil „ausreichend“.
Oben stehen natürlich, wie immer, schon Mopedfahrer und Biker zum Fototermin bereit. Also, wir auch. Die Abfahrt ist leider in den Kurven asphaltiert worden, ich kannte sie noch mit den Schotterkehren. Schade, wollte den Jungs ein wenig Spaß bieten, war nichts. Aber vorsichtig muß man das kleine Sträßchen trotzdem fahren.






Etwas ruhiger geht es dann durch das Val di Sole über die SS42 zurück. Über den Mendelpass gelangen wir wieder nach Tramin. Durch eine nicht wirklich ausgeschilderte Baustelle haben wir aber doch noch unsere Schotterpiste gefunden. Der TOM hat gesagt, da ist einen Straße.
Die Kollegen sahen dies zwar etwas anders, aber durch sind wir trotzdem. Wobei an den wirklich interessanten Stellen, traute sich keiner für ein Foto anzuhalten.






Ein Stück Autobahn, bis hinter Bozen, war die Startetappe an diesem Morgen. Richtung Funes, übers Würzjoch wollten wir ein Stück der Sellarunde fahren. Am Lago di Misurina war Mittagspause angesagt.






Tre Crocipass, Cortina d`Ampezzo, Passo di Falzarego und das Pordoijoch waren die nächsten Etappen. Hier ist es serienmäßig natürlich wieder recht voll. So haben wir uns für den Kleinstheimweg entschieden. Was zur Folge hatte, daß es ein recht anstrengender Tag wurde.






Am Abend haben wir uns in die Pizzeria „Schießstand“ begeben, um dort ein wenig feste Nahrung aufzunehmen. Der Wirt hatte 2009 bei „Wetten dass…“ teilgenommen. Aufgabe war, ein Gericht auf einem Motorrad herzustellen.
Er ist wohl Zweiter geworden.

Die Abschlußtour sollte noch einmal Richtung Gardesee und zum Monte Baldo gehen. Kalle wollte eine Auszeit nehmen und das Dorf durchstreifen, ein bißchen relaxen halt. So sind wir mit Regenklamotten und drei Maschinen Richtung Trento, um von dort noch ein wenig in die Berge zu fahren.







Teilweise recht abseits der üblichen Wege haben wir den Gardasee erreicht.
In Brenzone gibt es eine kleine Auffahrt zum Passo del Telegrafo, von wo man auf die Höhenstraße gelangen kann. Recht anspruchsvoll, mit viel kuppeln und schalten. Dies hat wohl der BMW von Klaus den Rest gegeben.
Nachdem ich den Verlust gemerkt hatte, umgedreht bin, und nach der Ursache gefragt hatte, kam von mir, auf die Antwort „Die Kupplung lässt sich nicht mehr betätigen“, „Züge habe ich dabei“. Dumm gelaufen. Das moderne Gelumpe wird hydraulisch Betätigt. Nur noch 120km bis zum Ziel. Somit möglichst am Arsch der Welt, im dritten Gang, Autobahn, und alle Vorschriften vergessen. Hat Klaus auch prima hingekriegt. Vorfahrtsregeln und Baustellenampeln müssen dann schon mal als „übersehen“ verbucht werden. Nur das die Autobahnen diese scheiß Zahlstellen haben, ist in diesem Fall echt ärgerlich. Jens und ich konnten dann jeweils bei Auf- und Abfahrt ein wenig Gymnastik betreiben. Aber wir sind bis auf den Hof gekommen. Vorteil war natürlich, daß dort der Transporter stand, und wir einfach nur aufladen mussten. Der Rest hat auch funktioniert, und so sind dann doch wieder Problemlos zu Hause angekommen.






Leider hat unser Freund, und mein langjähriger
Tourbegleiter, Karl-Heinz Otto,
inzwischen seine letzte Reise angetreten.
Er verstarb im Oktober dieses Jahres.

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