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Tourenberichte
Norwegen 2015

Da es in diesem Jahr nicht so richtig rund lief, wurde die
Planung zweigleisig gefahren. Was natürlich keinen Sinn
macht. So habe ich dann versucht aus meinem Vierrad einen
Mopedtransporter zu machen .
Die ach so tollen Hersteller von Hecklastträgern, so verkaufen sie
sich jedenfalls, waren im Endeffekt aber wohl überfordert.
So bin ich zu einem vernünftigen Schlosser und habe Ihm mein
Anliegen vorgetragen. „Sag was Du willst, kriegen wir hin“
Das ist doch mal ne Ansage. Also Gedanken gemacht, angepasst,
noch mal angepasst, und das noch verändert.
Langsam wurde es knapp.
So wurde das Teil zwei Tage vor Abfahrt der Fähre fertig.
Ohne große Proberunde das Moped aufgeschnallt, und los.
In Norwegen darf man eh nicht so schnell fahren. 😉
Also wie im richtigen Leben wenn die meisten Ingenieure
etwas entwickeln. Keine Ahnung von der Praxis, aber wird schon klappen.

Und was soll ich sagen, ab hundertvierzig und auf sehr schlechten Straßen wird das Teil etwas schwammig. Ruckartige Leckbewegungen bei Überholmanövern machen sich auch bemerkbar. Aber man kann es ja auch langsamer angehen lassen. Muß man aber nicht.

So schauten sie bei der „Stena Line“ doch etwas komisch aus der Wäsche. Länge und Höhe eines Pkws wird ja nachgefragt, aber die Breite ist nicht vorgesehen. Da ich aber unter 2,5 m bleibe, also Höchstbreite für normale Fahrzeuge, war es kein Problem. War wohl auch mehr Verwunderung.
Der erste Teil der Tour sollte ein wenig der Route folgen, die wir im Winter zur Savallenrally gefahren sind.







So gings in Göteborg an Land, über Kongsvinger mit einer Hüttenübernachtung, Elverum nach Tynset. Dort stand dann die erste richtige Fahrt mit der 650er an. Ich hatte zwar den Heckrahmen verstärkt und eine zusätzliche Soziusbank angebaut, aber für eine vernünftige Probefahrt war ja keine Zeit mehr geblieben.






Somit kam dann am nächsten Morgen Freude auf. Aufsitzen und los
geht’s. In den Nationalpark Rondane, ein wenig ländlich fahren.
Zuerst aber mal die Geldkarte zücken und zahlen. Was sich des
öfteren wiederholen sollte. Wenn man weiß wie es geht, geht´s.
Nach zügiger Schotterpiste kam das Eingemachte. Das Moped lies
sich erstaunlich gut über die nun recht groben Wege bewegen. Nur
hatte jetzt der Tom die Orientierung verloren. Die Trampelpfade
konnte man auch nicht mehr erkennen. Nur die näher kommende
Wasserwand war deutlich sichtbar. Also besser umdrehen und wech.
Am späten Nachmittag lockerte es auf, und wir haben noch eine Tour
zum Savallenhotel gemacht. Ein großer Wohlfühl – Bereich ist angebaut worden. So was mit schwimmen, saunen, kneten und
Gurken im Gesicht. Aber von irgendwas müssen sie ja leben.
Das Apartmenthaus in dem wir damals übernachtet haben, war ziemlich herunter gekommen. Es ist eine gewisse Zeit als
Notunterkunft genutzt worden. Und nun nicht mehr bewohnbar.
Hinter dem Hotel geht aber eine tolle Privatstraße rund um den See.
Mit einigen tollen Wochenendhäusern und Zahlstelle.
Am nächsten Tag sind wir doch noch in den Nationalpark gefahren.
Diesmal über die Asphaltwege. Hat sich auch noch gelohnt.






Nach einem Besuch des Bergwerkes in Roros (Weltkulturerbe)
hatten wir uns gegen die Hauptroute nach Trondheim entschieden,
und die 705 an der schwedischen Grenze gewählt. Zu empfehlen.
Da wir einen Platz hinter Trondheim ausgesucht hatten, und wir zum
Feierabendverkehr durch die Stadt mußten, stand mein Entschluß
fest, da fahr ich nicht mehr rein. Nach drei – vier Tagen nichts, geht einem der Verkehr schon auf den Zeiger. Unsere geplanten Touren verliefen aber auch in die andere Richtung. Ich hatte extra kleine
Karten besorgt um ein paar nette Touren raus zu suchen. Also hellgelb
oder weiß, am besten noch mit dem durchgestrichenen Wohnwagen.
Natürlich auch die zehn empfohlenen Touristenstraßen in die Planung
mit aufgenommen. Es sind auch einige wirklich sehenswerte, bzw. fahrenswerte Strecken dabei. So zum Beispiel die Atlanterhavsveien
oder besser Atlantikstrasse mit der Storseisundbrua. Diese gebogene
Brücke, die man von einigen Fotos her kennt. Die eigentliche Strasse
ist zwar nicht besonders lang ( ca10km), aber wirklich sehenswert.
Und vorher in Kristansund durch den Atlantiktunnel. Ich musste tatsächlich zwei Gänge runter schalten um aus diesem Loch wieder raus zu kommen. Fehlen doch ein paar ccm.
Und wenn man sich noch ein wenig Mühe gibt kriegt man auch eine
Tagestour von knapp 250km hin. Das westliche Ende ziert natürlich
eine gut besuchte Ausflugsbude. Ein wohl recht bekanntes Fischlokal.
Mir egal, aber selbst Karin verging angesichts der Kurse der Appetit.






Nun ging es weiter die Küste entlang. Da kommen dann auf Grund der Fjorde einige Fährfahrten auf uns zu. Dies bringt eventuell die Zeitplanung ein wenig durcheinander. Und nette landschaftliche Zwischenstopps tun ihr Übriges. Es sollte ja wieder den besonders
empfohlenen Strecken entlang gehen. So gings den Trollstiegen rauf,
übers Storfjellet und zum Geiranger runter. Weiter übers Sognefjell zum Sognefjord. Dem größten Fjord Norwegens und mit 1300m dem Tiefsten weltweit. Da wäre man doch lieber mit dem Moped unterwegs gewesen. Eine wirklich atemberaubende Landschaft. Aber die ganzen Fjellets und Fjorde können einen schon durcheinander bringen. Und jeder Wasserfall und jeder Troll muß hier einen Namen haben.






Am Sognefjord wollten wir einige Tage verweilen und die Umgebung
unsicher machen. Neben einigen Hochebenen (Fjellen) sollte auch die
Flambahn dabei sein. Da muß man aber schon die Anreise der vielen
Kreuzfahrtschiffe beachten. Es ist eine der Hauptrouten für die schwimmenden Hotels. Und die schmeißen mal eben einige hundert
Bahnfahrer raus. Meistens Parkuhr groß mit asiatischem Einschlag.
Also wieder eine Zahlstraße und über den Aurlandsfjellen nach Flam.
Geile Strecke. Nur die Weiterfahrt war in Flam wie abgeschnitten.
Man kam dort nicht mehr weg. Der Flenjatunnel war auf Grund eines
Busbrandes im Tunnel gesperrt, und das letzte Schiff war auch weg.
Einzige Möglichkeit übers Fjell zurück, bei einbrechender Dunkelheit
nicht die beste Lösung, oder durch den Laerdalstunnel. Mit 24610 m
der längste Straßentunnel der Welt. Nicht wirklich meine Welt.
Aber es muß wohl sein. Es war nichts los, man darf überholen,
und es gibt drei große beleuchtete Hallen in unterschiedlichen Farben. Soll wohl die Eintönigkeit auflockern und ein wenig beruhigen. Mit drei Überholvorgängen und Dauerhundert haben wir es überlebt. Man freut sich aber auf die anschließende Fährfahrt an der frischen Luft.






In Flam hatte man uns aber geraten die Tour mit der Bahn vorzeitig zu buchen. Somit also am nächsten Tag nach Voss und eine Tourirundfahrt gekauft. Hat auch was, gut eine Tankfüllung für eine
Fahrkarte durchjagen. Was dann heißt, am darauf folgenden Morgen um 8Uhr aufsitzen und wieder die 80km über den Pass nach Voss zum Zubringerzug und bis nach Myrdal, dem Start der Flambahn. Auch in Voss zugestiegen ist eine asiatische Mädchenklasse die in unserem Abteil saß. Dieses Geschnatter mit den hohen Stimmen kann eine gewisse Aggressivität erzeugen. Es ist wirklich kaum auszuhalten. Gott sei Dank holten dann alle Ihre Schiebefenster raus,
und es kehrte Ruhe ein. Einen Blick für die Landschaft hatte dann Keine mehr. Der Umstieg in den eigentlichen Museumszug wird dann mit militärischen Kommandos durchgeführt. Sonst würde da nichts mehr funktionieren. Beim Zwischenstopp am Kjosfossen-Wasserfall
geht das Gedränge wieder los. Da muß man dann aufpassen, daß man nicht immer in diese Selfiestangen läuft. Natürlich in Augenhöhe, die müssen sich wohl immer von oben fotografieren. Von Flam führte die Rundfahrt uns weiter mit dem Schiff durch den Naeroyfjord, mit 250m Breite der schmalste seiner Art, nach Gudvanger. Von dort mit dem Bus wieder zum Moped in Voss. Der Busfahrer fährt dann noch an einem entlegenen Wasserfall vorbei. Eine dieser Bergstrecken bei denen Vorder- und Hinterteil des Busses über dem Abgrund hängen.
Nicht alle Insassen haben dort die Augen offen gehalten. Ein recht erlebnisreicher, aber auch sehr teurer Tag.






Am Preikestolen, dem außergewöhnlichen Felsvorsprung am Lysefjord wollten wir auch noch einen Stopp einlegen. Taktisch unklug die Anreise am Wochenende. So bekamen wir gerade noch einen Platz in 6km Entfernung vom Aufgang. Die nicht vorhandene Platzorga ließ die Anzahl der Standplätze rapide sinken. Es ist schon ein Schauspiel, wenn die Leute mit Ihren Wohnmobilen versuchen ein schönes Plätzchen zu finden. Ohne Rücksicht auf Durchgänge,
Strom und Wasserstellen wird geparkt. Wobei der Großteil einfach zu blöde ist mit diesen Fahrzeugen umzugehen.

So ähnlich wird es oben auf dem Parkplatz zugehen; sagten uns die Leute. Wenn Ihr rauf wollt, sehr früh. Ich war mir da nicht mehr so sicher. Mindestens zwei Stunden soll der Aufstieg dauern. Ohne Fußkrankheit. Also doch gegen acht Uhr das Auto vom Zelt getrennt und los. Was nun kam hatte für mich nichts mehr mit strammem Fußweg zu tun. Es ging mehr Richtung Bergklettern. Nur auf wenigen
Stücken konnte man ganz normal einen Fuß vor den Anderen setzen.
Meistens ging es über große Steine und Felsvorsprünge nach oben.
Erstaunlich war, was alles da hoch getrieben wurde, oder sich sogar freiwillig nach oben bewegte. Hunde, Kinder Kleinkinder in Tragetaschen, Rentner deren Bewegungsgrad sonst wohl nur bis zur nächsten Bushaltestelle reicht, Personen bei denen ich an den wenigen morschen Planken mehr einen Belastungstest gesehen hatte. Da schwebte ja selbst unsereiner als Elfe drüber hinweg. Wobei, das erste Zigarillo gab´s erst oben wieder, als Friedenspfeife. Mit dem Berg.
Wirklich imposant ist der Blick von oben auf das Wasser. Mit 600m
die höchste Steilklippe der Welt. Man geht da auch nicht so direkt bis an die Kante. Einige robben auf dem Bauch um hinunter zu schauen.
Muß nicht sein. Dann gibt es noch so Bekloppte die den Weg als
Trainingsstrecke nutzen, und auf Zeit dort hinauf laufen. Wobei uns auch tibetische Mönche mit Sandalen entgegen kamen. Ich meine,
einmal im Leben muß gut sein.







Erstaunlicherweise ohne Muskelkater, gings am nächsten Morgen mit dem Schiff in den Lyseflord, um den Preikestolen von unten zu besuchen. Da die Norweger auch an Internethörigkeit leiden, und mehr
oder weniger überall Kassenhäuschen und Infostellen abschaffen, ist es nicht so einfach an Fahrkarten oder Abfahrtszeiten zu kommen. Erstens ist nicht immer erkennbar wie man auf die entsprechenden Seiten kommt, und das mit der auswärtigen Sprache hapert auch bei
kleinen Veranstaltungen. Hilft nur recht früh anstellen.
Sehr starker Wind begleitete uns im Fjord. War schon recht unangenehm. Man suchte selbst auf dem Schiff nach Deckung.
Imposant war der Blick nach oben schon. Das Schiff fuhr recht nahe an die Felswand heran, und betätigte in der Felsspalte eindrucksvoll
das Horn. Tourifahrt halt. In Lysebotn, am Fjordende geht es richtig nach oben. Aber so was von. Muß man normalerweise zweimal fahren.
Über zwanzig Haarnadelkurven und der einzige Tunnel ohne Beleuchtung, mit Wassereinbruch und 90° Kurve. Mit einer kargen Hochebene, und sich anschließendem recht grünem Tal wurde die Runde beendet. Auf dem Campingplatz erzählte uns ein Pärchen,
daß ein Besuch auf dem Bergplateau an diesem Tag auf Grund des dort herrschenden Sturmes nicht möglich war. Echt blöde wenn man
ca. 2 Stunden raufgeklettert ist, und die letzten 50m aus Sicherheitsgründen nicht nach oben kann. Selbst die Schwergewichte
trauten sich wohl nicht auf die Spitze.





Danach haben wir die Landschaft der Fjorde verlassen und uns Richtung Süden und der Fähre nach Dänemark begeben. Mit Zwischenstationen haben wir dann die Schnellfähre nach Hirtshals
erreicht und dort auch gleich den Campingplatz bezogen.






Auch wenn es vielleicht nicht der richtige Altersschnitt ist, haben wir
uns entschieden, einen Zwischenstop in Bilund einzulegen. Wenn man
schon mal dort vorbei kommt, sollte man es mal wagen. Legoland
Ein eigener Campingplatz neben dem eigentlichen Park vereinfacht die Sache ungemein. Wobei man von den so toll angepriesenen Hütten
Abstand nehmen sollte. Es sei denn, man bringt gerade seinen Lottogewinn unters Volk. Durch ein Kompletpaket des Campingplatzes konnten wir recht früh, und ohne Anstellen, Karte ziehen, und Rumgedrängel direkt in den Park gehen. Es ist schon sehenswert wie die teilweise weltbekannten Gebäude dort nachgebaut sind. Mit wie vielen Steinen und welchem Zeitaufwand sie entstanden
sind, wird auf Tafeln erklärt. Des Weiteren gibt es einige Fahrgeschäfte die natürlich für die Belustigung der kleineren Besucher
gedacht sind. Zwangsläufig, es scheitert schon an der Passform.
Zufällig war an diesem Wochenende so was wie Ferrari Day angesagt.
Die Autos fuhren durch den Park und übertönten das Geschrei der Blagen. Echt prima. Wobei einige erst quäkten nachdem die Jungs mal richtig Gas gegeben hatten. In diesen Parks muß man natürlich mit einem gewissen Maß an Geduld ausgestattet sein. Gerade ab der Mittagszeit sollte man eigentlich gaaanz ruhig sein. Wenn man dann eine schönen Platz gefunden hat, an dem man rauchen darf, die Beine
hochlegen kann, und das Volk beobachtet, ist es herrlich anzusehen, wie sich manche Leute von Ihren kleinen Terminatoren zur Weißglut bringen lassen. Das war bald besser wie die Bauwerke, viel mehr Leben drin. Am Ausgang dann noch ein Highlight. Der wohl größte
Legoshop weltweit. Da war ein Trabbel. Für uns gab´s noch einige nette Tierchen auf dem Campingplatz, das letzte Dosenfutter und zum Ende des Urlaubs haben wir unsere Alkoholvorräte gelehrt.
Tabak-mäßig hätte ich noch eine Woche bleiben können 😉






Als Fazit würde ich sagen, wer aus Kostengründen seine Erwartungen an die Ernährung nicht etwas herunterfahren kann, nicht ganz schwindelfrei ist, eine Tunnelphobie hat, oder mit der christlichen Seefahrt auf Kriegfuß steht, sollte sich eine derartige Tour überlegen.
Landschaftlich wirklich sehenswert. Leider werden immer mehr
tolle Strecken durch Tunnel ersetzt bzw. ergänzt. Für Mopedfahrer
blöde. Wobei es für Zweiräder keine Mautgebühren gibt. Außer
Privatstraßen mit Schranke. Wie Dreiräder berechnet werden konnte
ich nicht in Erfahrung bringen.

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