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Tourenbericht

Isle of Man 2016

Es gab tatsächlich eine kleine Truppe die sich die Veranstaltung auf der kleinen Insel einmal antun wollte. Die TT auf der Isle of Man.
Da ja die Fähren sowieso schon einer Plünderung der Urlaubkasse gleich kommt, haben wir uns für die Classic TT entschieden.
Nicht ganz so überlaufen, und wohl noch etwas günstiger. Trotzdem sind frühzeitige Buchungen für Fähre und Campingplatz erforderlich.

Karin und ich wollten daraus drei Wochen machen. So mit Rückfahrt
durch Wales und Rosamunde Pilcher Land. Die Hessen hatten zu
Hause noch Programm in Aussicht und fuhren für gut eine Woche.
MartinA und Detlef-Eifel ein paar Tage länger.

Aber Start sollte eine Raststätte kurz hinter der NL-Grenze sein.
Da treffen sich unsere Routen. Unsereiner musste kurz vor der Grenze
noch ein wassertechnisches Ereignis erledigen und tatsächlich fuhren
auch zwei Solos auf den Platz. Es stellte sich heraus, das Detlef die
Technik der Beladung bis vier Meter Höhe noch nicht so im Griff hatte.
So fuhren wir dann gemeinschaftlich zum nächsten verabredeten Halt weiter. Dort trafen wir dann Thomas und Petra leicht verspätet. Thomas hatte erst einen Parkplatz vorher auserkoren. Aber jetzt war ja alles gut,
und es ging Richtung Rotterdam.







Das übliche Prozedere mit Kontrolle und Reinfahrt, Kabine belegen
und die Abfahrt beobachten. Es hatte noch nicht jeder eine Fahrt auf so einem großen Schiff gemacht. Irgendwann dröhnt das „Tach auch“
des Käptäns durch die Lautsprecher. Irgendwie verstehen wir noch
was mit 7 und 8. Es wird doch wohl nicht die Windstärke gemeint sein.
Das könnte aber lustig werden. Und es wurde lustig.






Gegen 22 Uhr war es im öffentlichen Teil des Schiffes so gut wie leer. Nur einige hartnäckige Raucher waren die Einzigen, die man vereinzelt auf den Decks sehen konnte. Gegen Morgen hörte die Wackelei auf, und wir liefen recht ruhig in Hull ein.

Ausfahrt in Richtung Liverpool, und das allgemeine Kommando,
„Links Du Arsch“. Schaun mer mal. Aus Erfahrung weiß ich, daß dies mit dem Moped recht gut klappt. Meistens jedenfalls. Da ich schon auf der ersten Etappe Probleme mit dem Navi hatte, der übliche Schwund
der Stromversorgung bei den alten Tom`s, musste jemand anderes nach vorne. Dabei hatte ich die gesamte Anfahrt nach Liverpool dort schon eingegeben. Nützt nix.

Jetzt sind die dort ansässigen Straßenbauer aber wahre Meister im Bau
von Kreisverkehren. Und diese bauen sie auch wahllos in die Landschaft. Nur stimmt die soundsovielte Ausfahrt, die die Navitante mitteilt, nicht immer mit der Wirklichkeit überein. (Ich weiß schon,
warum ich nur nach den Zeichen im Navi fahre, und das Geschwätz der Tussi ausgeschaltet habe). So war das Wenden in einigen kleinen
Sträßchen mit den Gespannen nicht immer einfach. Oder wir fuhren auch schon mal eine Zusatzrunde. So genannte Rainerkilometer.
Aber wir näherten uns irgendwann dem Örtchen Liverpool.







MartinA hatte schon die ganze Zeit Probleme mit der Dichtigkeit eines Vergasers, aber meine Aktion übertraf Ihn dann doch noch. An einer Ampel stehend wies er mich lautstark darauf hin, das daß Moped Sprit verlieren würde. Das wissen wir, nein, es ist Deine. Hoppla, ein richtiger Strahl ergoss sich Richtung Beiwagen. Ich hatte dort ein T-Stück in die Leitung gesetzt, um einen Tankrucksack anzuschließen,
oder die Kocher aufzufüllen. Nun war das gute Stück weg. Irgendwo fand sich im Fundus ein Stück Schlauch und eine M8er Schraube.

Nachher in der Herberge wurden wir dann auf den Benzingeruch hingewiesen und bekamen eine Mülltüte überreicht. So haben dann
MartinA`s Stiefel bei mir im Beiwagen übernachtet. Meine hatten nur
den normalen Geruch eines alten Mopedstiefels.

Ein kleiner Rundgang im Hafenviertel muß schon sein, wenn man vor Ort ist. Leider mit engl. Landregen. Die alten Speicher sind teilweise
wieder begehbar gemacht worden, und Gastronomie ist eingezogen.
Wie überall versucht man die alten Hafengebiete in die Wohnbebauung einzubeziehen.







Recht kurz ist am nächsten Morgen die Anfahrt zur Fähre. Eigentlich.
Irgendwann kommt der große Katamaran und nimmt die Fahrzeuge auf.
Mit den reservierten Sitzen hatten wir das Glück der Beinfreiheit und
eine Ablagemöglichkeit für unsere Klamotten. Diese Investition macht
wirklich Sinn. Da sich das Schiff beim Einlaufen in Douglas quer
zu den Wellen drehte, erzeugte das dann doch den ein oder anderen grünen Gesichtsausdruck, bis hin zum Smalltalk mit Villeroy und Boch.
Das ungeduldige Gedränge bei der Ausfahrt ist ja im Allgemeinen schon üblich, aber das Unwohlsein förderte die Flucht wahrscheinlich noch ein wenig.






Bei der Abfahrt vom Schiff ist das Gespann dann einmal vernünftig an einem Übergang durchgeschlagen, und ich dann bei Bremsversuch feststellen musste, daß hinten keiner mehr zu Hause ist. Gar nicht so einfach die Karre, mit geschätzten 650kg, nur mit der Handbremse zum
Stehen zu bekommen. Aber ich war ja schon nass geschwitzt von
der Warterei. Die 21 Meilen bis zum Zeltplatz wird’s schon noch gehen.

Aufbauen, einrichten, umschauen und Getränke holen war nun angesagt. Für Detlef gings erst einmal zum Flughafen, Christiane abholen. Somit konnten wir am Abend in Ruhe die glückliche Ankunft auf der Isle of Man feiern.







Am nächsten Morgen erstmal nach der Bremsleitung schauen. Ein Fidding war gebrochen. Ein Stück Bremsleitung befand sich tatsächlich noch im Beiwagen. Zwar etwas kürzer, aber es reichte.
Eine kleine Runde drehen und noch einmal nach Douglas war
das Programm des folgenden Tages. Gegen Nachmittag dann der erste Besuch an der Rennstrecke zum Trainingslauf. Es ist wirklich recht schwer, die Atmosphäre auf Bildern darzustellen. Die Jungs fahren einem so was von um die Ohren, das ist schon bald nicht mehr schön.






Die Insel erkunden und ein Stück über die Rennstrecke fahren war bei
strahlendem Sonnenschein die heutige Aufgabe. Über Ballaugh Bridge, Sulby, Ramsey und die Mountain Mile hinauf auf den Snaefell der Endhaltestelle der Mountain Railway., und mit 621m der höchsten Erhebung. Die ganzen Namen der Kurven und Brücken an der Strecke kann man ja gar nicht alle aufzählen.
Wieder zurück bis in die Nordspitze nach Pont of Ayre. Auf dem Rückweg die Westküste entlang, kamen wir dann in einen der plötzlich auftauchenden Nebelbänke. So von Sonnenschein zu nass grau. Jetzt.
Am Abend gab es noch eine Rettungsübung in Hafen von Peel zu bewundern.






Nun doch mal erst ins Fahrerlager. Auch wenn am Morgen wohl nicht gerade der Bär steppt. Aber auch kein Gedränge. Man kann sich so in Ruhe eine Bremsleitung anfertigen lassen. 😉
Da sind schon einige fanatische Schrauber vor Ort. Es werden mal eben vierstrahlige Motoren komplett zerlegt und überprüft. Schöne alte Schätzchen sind zu sehen und zu hören. Und man kann einfach so dazwischen herlaufen und die Leute ansprechen. Prima Atmosphäre.






Weiter geht’s ins Landesinnere zum größten europäischen Wasserrad.
Es ist zwar nicht mehr so wirklich in Betrieb, aber es dreht sich noch.
„Lady Isabella“ wird dieses ca. 22m große Rad genannt.
Am späten Nachmittag begeben wir uns noch mal zu einem Trainingslauf nach Ballacraine. So schimpft sich die Kurve.






Heute geht es mal Richtung Süden. Da muß es ja auch irgendwas zu gucken geben. Ganz unten links liegt eine Vogelinsel, und Seehunde soll es auch geben. Wie immer sind einige Straßen nicht so ganz gespanntauglich. Aber die Mädels haben sich schon an die Rappelei gewöhnt. Enduros machen Sinn. Ein bißchen Hochebene, ein Zwischenstopp in Port Erin, und schon ist man vor Ort. Schon ein wenig Touriort, aber bei gutem Wetter recht nett.
Weiter die Küste entlang gings über Castletown und dem ältesten
Parlamentssitz zurück zum Platz.






Am Samstagmorgen dann der erste Wertungslauf und weitere Trainingsläufe. Wieder werden die ganzen sechzig Km abgesperrt, von Helfern ein wenig gesäubert, und dann von der Rennleitung mit Mopeds abgefahren und freigegeben. Kurze Zeit später kommt schon der Erste mit gut 200 angeflogen. Unfassbar was die Jungs dort auf einfachen
Ortsstraßen abziehen.
Auf der Rückfahrt gab’s einen kleinen Stopp am ältesten Parlament der Welt. In St. Johns trifft sich seit 979 n Chr., jährlich am 5 Juli, die Obrigkeit zu anstehenden Entscheidungen.






Auf dem Flugfeld von Jurby ist am Sonntag ein Oldtimertreffen mit
Teilemarkt und der Möglichkeit ein wenig auf dem Flugfeld zu fahren.
Dies geht dann nur mit Voranmeldung, und in bestimmten Startergruppen nach Alter und Leistung der Maschinen. Ein Marschall
fährt die ersten 2/3 Runden vorweg, und gibt dann die Strecke frei.
Selbst einige ältere namhafte Rennfahrer drehen dort noch ein paar Runden auf Ihren alten Mopeds.
Es herrscht dort ein hervorragender Motorensound über die ganze Veranstaltung. Bei uns würden nach spätestens fünf Minuten irgendwelche selbsternannten „Schützer“ in Begleitung einer Hundertschaft die Veranstaltung schließen wollen. Dort werden Motorsportveranstaltungen gelebt. Eine tolle Atmosphäre und ein irres Publikum.






Das Schiff fuhr schon morgens um 7:30 in Douglas ab. Somit begann der Abbau der Zelte noch im Dunkeln. Dann sind es noch 25 km bis zum Hafen. Die warten dort nicht wirklich auf einen Gast. Aber wir haben es alle geschafft, und wurden mit einer ruhigen Überfahrt belohnt. In Liverpool angekommen trennten sich dann unsere Wege, und es wurden die geplanten Heimwege angetreten.






Manx Grand Prix



Eine außergewöhnliche Veranstaltung für Motorradbegeisterte.
Man sollte schon versuchen sich unters Volk zu mischen um möglichst
viel mitzubekommen. Und vorher etwas sparen.

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