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Tourenberichte Juni 2014

Mopedtour 2014

In diesem Jahr war die Besetzung etwas zusammengeschrumpft. Somit fuhren
nur Klaus und ich auf Tour in die franz. Alpen. Kurz vor der Schweizer Grenze
hatten wir bei einer älteren Dame ein Quartier gefunden. So mit Allem was dazu gehört, wenn die Damen sich mitteilen wollen. Aber eine nette, verwunschene Unterkunft in einem alten Gutshof. Und eine tolle Kneipe in der Nähe. Nach dem Frühstück dann auf zu den Eidgenossen, immer schön aufpassen, daß man nicht
auf die Bezahlstraßen kommt. Durch den Lötschbergtunnel ging s Richtung Süden.
Dort kommen dann die ersten höheren Passstraßen. Bei Maria, in Rhemy en Bosses, endete unsere erste Bergtour in einem netten Appartement.
Leider hatte Sky Italia die deutschen Sender während der WM abgeschaltet.
Somit waren Fußballspiele nur im Pay-TV zu sehen. Dumm gelaufen.






Durch das Aostatal fuhren wir am nächsten Morgen weiter Richtung
Kleinen St. Bernard-Pass, Val d`Isere und Col de la Iseran. Über den
Mont Cenis nach Suza. Hinter Briancon kam dann endlich unsere Bleibe
für diese Woche in Sicht. Les Vigneaux hieß die Weltstadt.












Von hier aus wollten wir in den nächsten Tagen unser Touren starten. Im Grunde
wollten wir alles fahren was hoch und auch ohne Asphalt erreichbar war. Mir fehlte
doch noch etwas in der Sammlung, und Klaus war das erste Mal vor Ort. So starteten
wir am nächsten Tag Richtung Col de Bonette, dem wohl höchsten offiziell
erreichbaren Übergang. Wenn man die Einbahnstraße um die Bergspitze einbezieht.
Aber dafür ist sie ja auch angelegt worden. Selbstverständlich waren schon einige
Mopedfahrer vor Ort. Und wie Italiener halt so sind, auf Großrollern mit ital.
Schnellfickerschuhen, Jeans und Windjacke. Da waren die Antiwackelvorrichtungen
in den Kameras gar nicht für ausgelegt, so stark wie die zitterten. Durch einen
Bergrutsch in der Einbahnstr. konnte man nur mit Gegenverkehr bis zum
Denkmal fahren. Auch dies trug ein Übriges zum Chaos bei.








Weiter sollte es über die Route de la Bonette, den Col de Moutierse nach
Jausiers gehen. Dann noch auf de Parpaillon, wenigstens bis zum Tunnel.
Das war wohl nix. Obwohl es Ende Juni war, gab es immer noch zuviel Schnee.
Schon die Einfahrt nördlich vom Col de Bonette war sichtbar verschneit.
Also wieder über den Buckel und es von Süden her probieren. Auch dort
Standen unerfreuliche Schilder. Aber man kann’s ja mal versuchen.






Wir hatten wohl kein Glück. Sowohl am Col de Moutiere, als auch an der
Auffahrt zum Col de Parpaillon sind wir an den Schneeverwehungen gescheitert.
Wobei es beim Letzteren noch einen Zwischenfall gab. Klaus ist beim Versuch
durch den Schnee zu kommen wohl an der Kante weggerutscht und den Berg
hinunter gefallen. Das Moped lag so ca. drei Meter kopfüber, und er ist acht
Meter den Berg herunter gekugelt. Das gibt eine große Schrecksekunde.
Aber so was von. Erstmal Klaus nach oben. Er konnte alles bewegen, aber
Schmerzen im Brust und Bauchbereich. Jetzt das Moped. Es standen zufällig
zwei Jungs mit einem Quad in der Nähe, die uns dann geholfen haben. Wie die
dort hingekommen sind, weiß kein Mensch. Auf den vorher von uns durchfahrenen
Schneefeldern waren keine Fahrspuren zu sehen gewesen. Aber egal.
Zwei Mann vorne, zwei hinten, und dann das Moped jeweils zwanzig Zentimeter
anheben. Bergauf natürlich. Da ist man schon mal eine gute Stunde beschäftigt.
Und dann steht die Karre immer noch mitten im Schnee. Da wir beschlossen
hatten dort abzubrechen, und umzudrehen, mussten beide Mopeds wieder durch
das weiße Zeugs, um in „Bergrunter Richtung“ zu gelangen.
Klaus hat sich wohl ein paar Prellungen und Schürfwunden zugezogen. Das tut
bekanntlich am nächsten Tag erst richtig weh. Schaun mer mal. Er lies es sich
aber nicht nehmen, sein Moped noch mit Wasser zu benetzen. Wer`s mag!

Am nächsten Morgen signalisierte Klaus das er es versuchen wollte. Also
aufsitzen und wieder Richtung Schotter. Die Assietta-Höhenstraße sollte es
diesmal sein. Durch Sestriere, vorbei am Forte di Fenestrelle , durch das
Kaff Agnelli der Fiat Familie, rauf auf den Berg. Dort standen die Schilder
wieder auf rot.









Viel zu viel Schnee und keine Sicht sagte man uns. Klaus wollte aber auch
keinen neuen Versuch starten. Also übern Berg den Finestre runter.
Bei schlammiger Piste und ca. 3 bis 4 Metern Sicht auch kein Vergnügen.
Somit war nach erreichen der Asphaltstrecke erstmal eine Pause angesagt.
Etwas essen und die Pumpe wieder runterfahren. Nicht so einfach ohne etwas
zu sehen eine derartige Strecke zu fahren. Dafür kam im Tal die Sonne zum
Vorschein und es ging Richtung Bardonecchia, um uns mal am Sommeiller
zu versuchen. Zumindest bis zum Refugium auf 2700m Höhe. Wieder war ich
überrascht über den schlechten Zustand der Piste. Wir waren ja vor ein paar
Jahren mit den Dreirädern zum Treffen dort oben. Dies wäre mit Rot diesmal
auf keinen Fall gegangen, so tief waren die Spurrinnen. Oben trafen wir
dann weitere Mopedfahrer aus Wuppertal und Gummersbach. So klein ist
die Welt, wie man so schön zu sagen pflegt. Sie waren aber mit kleineren
Einzylindern unterwegs um durch das Schotter zu pflügen. So hatten sie
für ihre Anreise auch einen der wohl letzten Autoreisezüge der DB bemüht.










Zurück über den Col de lÈchelle und durch das Naturschutzgebiet Val des Pres.
Ein kräftiges Essen, auch wenn der Koch ein wenig Skeptisch schaut, und
meine Mopedreinigung „Marke Gewitter“ rundeten den Tag ab.






Wenn man sich dort unten aufhält, sollte man den Canyon du Verdon
besichtigen. Ich hatte Klaus das große Loch schmackhaft gemacht, aber
gleichzeitig darauf hingewiesen, daß die Runde etwas größer würde. Wer
schon mal in den Bergen unterwegs war, weiß daß 480km so was wie einen
wunden Hintern hervorrufen kann. Also 6Uhr 10 aufsitzen und los. Und es
machte Richtig Spaß. Keine organisierten Mopedgruppen auf der Piste,
die so vor sich hin Dackeln. Nur auf Murmeltiere, die sich in den ersten
Sonnenstrahlen auf der Straße aufwärmen, sollte man aufpassen. Und die
Kleintransporter knallen wie die Irren durch die Berge von Ort zu Ort.










Die Runde hatte was. Es waren einige Hügel dabei, wie der Col dÀllos die
einen echt überraschten mit Ihrer Streckenführung. Aber wir waren gut
dreizehn Stunden unterwegs und dies nicht langsam. So wurde es dann nach
dem Essen und ein paar Erfrischungsgetränken auch recht schnell ruhig in
unserer Hütte.

Unser letzter Tag vor Ort sollte dann etwas ruhiger verlaufen. Noch ein
bisken im Kreis, Col dÌzoard und der Col de Vabelle lagen auf dem Weg.







Laut Karte gab’s eine Verbindung von unserem Tal zur N91.
Somit hätte man die Ortsdurchfahrt Briancon prima umfahren. Nur leider
endete diese nach fünfzehn KM in einer Art Wanderweg. Gut besser nicht.
Also zurück und die offizielle Strecke zum Galibier genommen. Am
Col de Telegraph trafen wir auf einen VW-Bus der Zeitung Motorrad.
Der war so was von schmerzfrei, das war schon nicht mehr schön. Gut, er
war dort zugelassen und kannte sich aus, aber eine Rallyschulung hatte
der bestimmt mal gemacht. Er knallte die Berge runter wie ein Irrer.






In Albertville haben wir uns für eine Ibis-Übernachtung entschieden. Auch
wenn der Ruf der Container-Zimmer inzwischen stark gelitten hat. Aber wir
wurden eines besseren belehrt. Zimmer neu und sauber, Personal freundlich
und hilfsbereit, und ein so genanntes Kontineltalfrühstück. Nur hatten wir,
auf Grund meiner Erfahrungen mit diesen Buden, das Frühstück für 7,50 EU
nicht gebucht. Nachbuchen ging nicht, …..schon wieder eine Arschkarte.
So gab es in Annecy ein Frühstück mit Seeblick, und Aufschnitt von Lidl.






Noch ein wenig durch die Schweiz und wir landeten am Col de Bussang in
einer Mopedbude. So gerade noch untergekommen, füllte sich der Laden.
Eine Stunde später wären wir ohne Zimmer gewesen. Es gab also eine
warme Dusche, ein Bett, ein paar Bierchen und das gemeinsame Abendessen.
Wie in einigen dieser Art der Unterkünfte üblich, bekommen alle die selben
Speisen. Was halt weg muß. Hier jedoch mit Vor- und Nachspeise.










Am nächsten Morgen eröffnete uns der Wirt, daß das Elsaß wohl schon
unter Wasser stehe. Für die Mopedfahrer, die Ihr Tourwochenende dort
verbringen wollten, eine sehr ungünstige Ansage. Wir änderten unsere
Rückfahrt somit auf die östliche Seite der Berge. In der Hoffnung der
Feuchtigkeit zu entkommen sind wir die A5 rauf. Hat auch nicht geklappt.

PS. Zu Hause angekommen habe ich Jacke und T-Shirt gegen eine
trockene Ausrüstung getauscht, Luma und Schlafsack eingepackt,
und bin noch nach Horstmar zum Treffen der Schwarzen Witwen
gefahren. War ja einmal unterwegs.

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