Get Adobe Flash player

Tourenberichte


Etwas anders sollte die An- und Abfahrt diesmal sein. Ich bin nun wirklich schon mehrfach diese scheiß Autobahn nach Südfrankreich gefahren. So 900 bis 1000km am Stück sind nicht die reine Freude.
Und mit einer Übernachtung verliert man zwei Tage Urlaub. Zurück ist es nicht anders. Die Kosten der Übernachtung, Reifen, Sprit, und vor allen Dingen, abends mit den Jungs an der Theke stehen, dafür muß es doch eine Variante geben.
Wir wollten es mit einem Kleintransporter versuchen.
Vier BMW-GS gehen drauf (na ja), Gepäck geht auch noch. So das Versprechen.
Das Verladen hält ein wenig auf, da man die Halterungen auf die jeweiligen Maschinen einstellen muß. Aber nur bei der Hinfahrt. Also los.
Das schwerste Gerät, die K von Opa vorne quer.
Zwei 4-Ventiler jeweils außen. In die Mitte sollte dann mein 2-Ventiler. Der aber hatte Motivationsprobleme.
Die K passte da erst recht nicht mehr rauf. So musste
ich Jean-Marie vorsichtig die XJ600 abschwatzen. Ohne Gepäcktaschen, etwas quer, Jens baut auch noch einen
Koffer ab, noch mal umstellen. Geht irgendwie.
Beachten sollte man, daß im Moment des Auffahrens, Vorderrad auf der Rampe, Hinterrad noch auf dem Schwarzen, sich unter einem ein Loch auftut, welches die Beine baumeln läßt. Es sind wohl schon Einige mit einem zerbeulten Moped auf Tour gegangen.






Chateauneuf-sur-Isere war unser Ziel. Im Rhonetal bei Valence gelegen. Von dort wollten wir die umliegenden Berge und Täler erfahren. Hauptziel sollte das Vercors sein, ein Hochplateau unterhalb von Grenoble.
Für die Übernachtung war ein so genannter Bumscontainer auf dem örtlichen Campingplatz angemietet. Zum Schlafen wird’s wohl reichen, und bei dem schönen Wetter sitzen wir eh immer draußen.

Samstagmorgens sechs Uhr geht’s los. Eben noch sechzehn belegte und zehn normale Brötchen holen.
Etwas zu essen hatte ja jeder selber noch mitgebracht.
Über Luxemburg, Metz, Dijon, und mitten durch Lyon erreichten wir ca. 16Uhr das Campinggelände.







Ein Bier, abladen, eine Gerstenkaltschale, einräumen,
Richtfest, eine Birne von Helene, Betten machen.
Betten machen? Für ausgewachsene Mitteleuropäer sind diese französischen Betten schon eine Herausforderung.
Was nun? Erstmal ein Bier aufmachen, und dann habe ich entschieden, ich baue mein Bett auf der Couch im Wohnraum. Da man mir nachsagt, ich würde an seniler Bettflucht leiden, kann ich ja auch mitten in der Hütte liegen. Wach wenn der Letzte geht, auf wenn der Erste kommt. Das kann ja heiter werden.






Sonntag gab es eine kleine Runde zum Einfahren. Mit schauen hier und gucken dort. Ein bisschen Kultur muß sein, man kommt ja nicht jeden Tag dort vorbei. Ich hatte uns bei einem ehemaligen Arbeitskollegen zu Mittag eingeladen. Ohne Wissen meiner Tourkollegen.
So gab es schon ein paar blöde Gesichter, als ich auf ein Schild zufuhr, welches nur Wuppertalern das Parken erlaubte. So am A…. der Welt.
Harald und Frau haben uns regelrecht gemästet.
Nochmals recht herzlichen Dank dafür.
Abends gabs dann nur noch ein wenig Baguette, Käse und Schinken. Und halt Flüssigkeit um den Haushalt wieder aufzufüllen. Man schwitzt ja ein wenig.






Die restliche Woche wird nur noch „Linksrhonisch“ gefahren. Berge und Täler, kleine und kleinste Straßen gibt es dort genug. Aber Vorsicht ist geboten. Schutzplanken und Asphaltkünstler sucht man dort vergebens. Wir fahren über Die zum Col de Rousset.
Und haben tatsächlich so was wie Nieselregen. Später tauchen auch noch ein paar Nebelbänke auf. Das hatten wir nun wirklich nicht gebucht. Aber am Nachmittag wurde es besser, und die Sicht in die Täler wurde klar.





Hier ein Col und da noch einen Col, so kamen wir langsam von unserem ersten Ausflug ins Vercors zurück. Die Kollegen waren schon beeindruckt von
der teilweise außergewöhnlichen Straßenführung.
Richtung Rhonetal wurde es wieder wärmer. Mopeds abstellen, Sachen zum trocknen aufhängen, Pool durchqueren, Essenfassen und Flüssigkeit aufnehmen.
Man schwitzt ja.

Für heute hatte ich eine etwas längere Tour zusammen- gestellt. Quer durch nach Alpe d`Huez. Schauen wo die
Wahnsinnigen bei der Tour de France mit dem Fahrrad rauf fahren. Gewarnt habe ich die Jungs, die Amateure sind noch viel schlimmer. Die wackeln hin und her, oder fallen einfach mittendrin um. Schwächeanfall.
Nach einem guten Frühstück, bei schönstem Wetter, an der Tanke vorbei, fuhren wir in die Berge.
Kurz vor der Auffahrt wurde eine Pause zur Kräftigung des Körpers eingelegt. Hier konnte man die Steigung schon erahnen.











Der Ort selber ist einer der vielen Wintersportgebilde, die im Sommer irgendwie versuchen, die Bude mit sonstigen Besuchern voll zu kriegen. Es wird ein wenig gestrichen, ein wenig gebaut, ein wenig trostlos halt.
Entgegen der allgemeinen Beschilderung besteht die Möglichkeit, über eine Kleinststraße, den Ort auch Richtung Berge zu verlassen. Recht schmal und teilweise schlecht windet sich der Weg wieder ins Tal.
Oberhalb des Stausees kommt man auf die N 91 Richtung Grenoble. Nun geht es zügig auf den Heimweg. Genau zum Berufsverkehr erreichen wir Grenoble. Selbst auf der Autobahn stockt es. Man schwitzt. Das heißt……






So quälen 😉 wir uns tagelang durch das Hochplateau.
Immer wieder gibt es dunkle Löcher in den Wänden, teilweise Einspurig, was bergabwärts schon mal problematisch werden kann. So ein Moped hat nun mal keinen Rückwärtsgang. Eine recht interessante Runde möchte ich noch erwähnen. Für die Olympischen Spiele 1968 in Grenoble, ist eine Verbindungsstraße zu den Spielstätten in den Berg geschlagen worden. Mit einem Tunnel, um die Sportler und Zuschauer auf das Plateau zu bekommen. Nun ist vor Jahren ein Teil der Straße bei einem Bergrutsch abhanden gekommen. Und, wie in Frankreich so üblich, wird erst einmal überlegt, ob man die Straße überhaupt noch brauch. Die paar Anwohner können ja auch ruhig zwanzig Kilometer Umweg fahren. So verfällt die Straße, wie auch der Tunnel. Es sind zwar einige Hinweisschilder aufgestellt worden, aber eine Absperrung im deutschen Sinne existiert nicht. So wollte ich, von beiden Seiten, jeweils an die Bruchstelle fahren. Die ersten ca. sieben Km, von Grenoble aus, sind noch recht gut. Einige Bauern haben Ihre Felder am Weg liegen. Je weiter es nach oben geht, desto schlechter wird der Straßenzustand. Es kommen ein paar Erdwälle als Barrieren und die Straße geht in einen Wanderweg über. Das ganze Geröll der Berge, und das Grünzeug der Bäume, wird natürlich nicht mehr geräumt. Bis an das „Gehtnichtmehr“ sind wir gefahren, um uns das Schauspiel anzusehen. Da fehlen bestimmt mal locker hundert Meter Straße. Eine Kehrtwende, auf derartigen Wegen, ist nun auch schon mal mit einigen Problemen verbunden. Hier erwies sich dann die XY, mit Ihrem Gewicht wieder einmal als Vorteil. Rechte Hand an den Gepäckträger, Knie gegen die Maschine, und schon steht das Teil in der richtigen Fahrtrichtung. Nun ging es noch zum Tunnel. Es sind schon ein paar Kilometer die man für den Umweg fahren muß. Dort waren die Erdwälle aber etwas höher, so daß wir nicht in den Tunnel hinein fahren konnten.






>


So vergeht eine Woche recht schnell und Aufladen ist wieder angesagt. Noch einmal durch das Schwimmbad.
Reste verzehren und die Planungen für das nächste Jahr werden schon gemacht.






Unsereiner ist dann in Luxemburg ausgestiegen. Ich wollte halt noch ein Treffen besuchen.
Ach ja, unserem Verwalter hatten wir auch ein wenig geholfen. Das englische Moped musste in die Werkstatt.
Dafür war der Transporter natürlich hervorragend geeignet. Wie sich nachher herausstellte, Wegfahrsperre und Batterie defekt.

Besucherzähler

seit 23.10.2011 338254 Besucher